Im März ist Jochen Döring gleich in zwei Wiederaufnahmen zu sehen. Beides sehr interessante Stücke mit interessanten Rollen.
Die erste Wiederaufnahme lautet: “DAS ERSTE MAL” von Michal Walczak
Wo: Landungsbrücken Frankfurt
Wann: 03., 04. und 08.03.2012
Wer: Nora Jokhosha und Jochen Döring

Zunächst eine nette Geschichte: Er und Sie. Das erste Mal. Sie will ihr erstes Mal so perfekt wie möglich haben. Er macht alles mit: Es muss Nacht sein, es muss regnen, sie ruft ihn an, weil sie verzweifelt und einsam ist, er rennt zu ihr, muss den Blumen¬strauß in der linken Hand halten – natürlich geht diese Inszenierung trotz mehrfacher Proben gründlich schief.
Jenseits der Jugendthematik um „das erste Mal“ zeigt diese Inszenierung einmal mehr die Untauglichkeit der Sprache als Kommunikationsmittel. Mehr noch aller-dings zeigt sie das zutiefst menschliche uralte Bedürfnis nach Reinheit, und knüpft mit ihrem kathartischen Ende an die Traditionen der klassischen Tragödie an.
Das sagt die PRESSE:
“Im weiteren ist alles wie fast immer im Theater Landungsbrücken: Großartige Schauspieler in einem großartigen Stück an einem magischen Ort” (Frankfurter Rundschau)
“Originelle Variante eines alten Themas, überzeugend umgesetzt.”
(Journal Frankfurt)
“Nora Jokhosha und Jochen Döring halten vom ersten Moment an die Spannung in diesem merkwürdigem, Erinnerung, Projektion und Wahrnehmung mit jeder Szene neu austarierenden Kammerspiel”
(Frankfurter Allgemeine Zeitung)
“Nora Jokhosha und Jochen Döring liefern eine meisterhafte schauspielerische Leistung”
(Frankfurter Neue Presse)
Die zweite Wiederaufnahme kommt mit dem Titel “TOTALSCHADEN” daher.
TOTALSCHADEN von Karst Woudstra
Wo: Das Blumen (Darmstadt)
Wann: 17.03.2012, 20 Uhr
Wer: Steffen Link, Sascha Weitzel und Jochen Döring
Auto fahren ist gefährlich. Das wissen wir spätestens seit James Dean. Die Sehnsucht nach dem Risiko ist die Sehnsucht danach, unkontrolliert zu sein, in Gedanken, Worten und Werken. Die billige Vorstellung vom kulturellen Risiko als gefilmten Bungiejumping hat hier nichts verloren. Verschwendet eure Jugend! ist die Losung der drei jungen Männer um die Mitte 20, die auf ein Ende zu rasen, das keines ist, vielleicht ein neuer Anfang. Warum sind sie nur glücklich, wenns weh tut? Sie wollen etwas erleben, das mehr ist als die Summe seiner Teile, etwas Besonderes, Unberechenbares. Ihre Gier ist, mit ihrem Lebensstil etwas zu schaffen, was es vorher noch nicht gab.
Mit diabolischer Präzision dekonstruiert der renommierte niederländische Bühnenautor Karst Woudstra in “Totalschaden” die vertrackte Grundsituation von drei Typen, allesamt Parias einer Gesellschaft, die ihrer Jugend nichts mehr zu bieten hat als materiellen Oberflächenkult.
